{"id":378,"date":"2020-03-13T16:28:08","date_gmt":"2020-03-13T15:28:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.school-project-afghanistan.de\/?p=378"},"modified":"2020-03-13T16:28:34","modified_gmt":"2020-03-13T15:28:34","slug":"frieden-fuer-afghanistan-so-wohl-nicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.school-project-afghanistan.de\/?p=378","title":{"rendered":"Frieden f\u00fcr Afghanistan? &#8211; So wohl nicht&#8230;"},"content":{"rendered":"\n<p>Diesen Kommentar von Dieter Herrmann sollten sie unbedingt lesen:<br><strong>Frieden f\u00fcr Afghanistan? &#8211; So wohl nicht&#8230;<\/strong><br>Nun ist es also unterzeichnet, das so genannte Friedensabkommen zwischen der Regierung der USA und der F\u00fchrung der afghanischen Taliban. Doch ob diese Unterschriften unter einem zweifelhaften Dokument f\u00fcr Afghanistan irgendetwas zum Besseren \u00e4ndern wird, wage ich sehr zu bezweifeln. Tats\u00e4chlich ist die in Doha getroffene Vereinbarung doch mehr so etwas wie ein Kuhhandel, um den vollst\u00e4ndigen R\u00fcckzug von US- und Nato-Soldaten zu beschleunigen &#8211; ganz sicher aber kein Friedensvertrag. Kann es auch gar nicht sein, da die eigentlich wichtigste Partei, die afghanische Regierung, an den Verhandlungen \u00fcber den Text gar nicht teilgenommen hat \u2013 genau diese aber muss nun eine Formel finden, die es ihr erm\u00f6glicht, mit den Taliban einen Kompromiss zu erzielen.<br>So schwach, wie die Regierung in Kabul im Moment ist, erscheint das nahezu ausgeschlossen. Vor allem durch den Machtstreit zwischen dem (noch) Regierungschef Aschraf Ghani und Oppositionsf\u00fchrer Abdullah Abdullah, der bereit ist, eine Parallelregierung zu bilden, erscheint praktische Regierungsarbeit nahezu unm\u00f6glich. Immerhin aber gibt es schon jetzt den ersten Streit zwischen Regierung und Taliban. Nur einen Tag nach Unterzeichnung eines Abkommens zwischen den militant-islamistischen Taliban und den USA in Afghanistan tauchen neue H\u00fcrden f\u00fcr den Frieden auf.<br>Wegen Uneinigkeit \u00fcber einen Gefangenenaustausch ist es zweifelhaft, ob es tats\u00e4chlich wie geplant schon im M\u00e4rz zu innerafghanischen Verhandlungen zwischen den Taliban und der Regierung in Kabul kommt &#8211; den eigentlichen Friedensgespr\u00e4chen. Vor Journalisten sagte Pr\u00e4sident Aschraf Ghani am Sonntag, die in dem Dokument erw\u00e4hnte Freilassung von 5000 gefangen genommenen Taliban vor diesen Treffen sei keine Verpflichtung. Sie k\u00f6nne Teil der innerafghanischen Gespr\u00e4che sein, aber nicht Bedingung f\u00fcr ihren Beginn. Ein hochrangiger Taliban-Unterh\u00e4ndler hatte dem afghanischen Sender Tolo TV nach der Unterzeichnung des US-Taliban-Deals gesagt, die Freilassung der Gefangenen vor etwaigen Gespr\u00e4chen sei ein Muss. Zudem gibt es unterschiedliche Ansichten zur Fortf\u00fchrung einer Phase reduzierter Gewalt in Afghanistan, die eine Vorbedingung f\u00fcr die Unterzeichnung des US-Taliban-Abkommens gewesen war. Ghani sagte am Sonntag, sie gelte fort und das Ziel sei, sie in eine Waffenruhe zu verwandeln. Ein Taliban-Sprecher sagte der Deutschen Presse-Agentur am Morgen, \u201eZeit der reduzierten Gewalt\u201c sei zu Ende.<br>Ohnehin ist das abgesegnete Abkommen inhaltlich \u201ewindelweich\u201c. Anfangs hatten die USA unter anderem einen umfassenden Waffenstillstand von den Islamisten gefordert. Diesen konnte Washington den Taliban, die Gewalt als ihren wichtigsten Hebel sehen, nicht abringen. Ein dauerhafter Waffenstillstand soll laut den Buchstaben der Vereinbarung erst \u201eim Zuge innerafghanischer Verhandlungen\u201c diskutiert werden. Das k\u00f6nnte in wenigen Wochen sein \u2013 oder erst in vielen Jahren \u2013 oder gar nicht.<br>Ohne Regierungsbeteiligung, das ist v\u00f6llig sicher, werden die Taliban nicht zu einer Einigung mit der Regierung in Kabul kommen. Warum auch? Sie kontrollieren ohnehin mehr als die H\u00e4lfte des Landes und werden dieses Gebiet, sobald die US-Truppen vereinbarungsgem\u00e4\u00df abgezogen sind, deutlich ausweiten. Die regul\u00e4re afghanische Armee ist zwar, vor allem durch US-Hilfe, relativ gut ausger\u00fcstet. Doch fehlt es an milit\u00e4rischer F\u00fchrungsst\u00e4rke, am R\u00fcckhalt in der Bev\u00f6lkerung und an politischer Unterst\u00fctzung. Dazu kommt, dass es auch innerhalb der uniformierten Truppen ein gro\u00dfe Zahl an Taliban-Sympathisanten gibt, die wom\u00f6glich die erste Gelegenheit ergreifen k\u00f6nnten, um die Seiten zu wechseln.<br>Wer also profitiert \u00fcberhaupt von diesem gerade unterzeichneten Abkommen? Ziemlich sicher wird es US-Pr\u00e4sident Donald Trump sein, der seinen W\u00e4hlern versprochen hatte, die US-Truppen nach Hause zu holen. Und sicher werden auch die Taliban erhebliche Vorteile vom Agreement haben. Immerhin d\u00fcrften sie jetzt innerhalb k\u00fcrzester Zeit ihre Erzfeinde, die amerikanischen Soldaten los sein. Wer soll sie dann noch aufhalten?<br>Ganz klar ist auf jeden Fall, dass die Menschen in Afghanistan sich schon jetzt wieder darauf einstellen werden, dass die Scharia-Regeln, die die Taliban schon 1996 aufgestellt hatten, bald wieder zum einzigen Gesetz im Land werden.<br>Mehr Informationen auf <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.australia-news.de\/blog\/?fbclid=IwAR2uesOZCThqOrqlP5f6Q9jovdkx15KaUu7iWYDajrnyydmXxd9Hs25YUu4#topOfPage\" target=\"_blank\">http:\/\/www.australia-news.de\/blog\/#topOfPage<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diesen Kommentar von Dieter Herrmann sollten sie unbedingt lesen:Frieden f\u00fcr Afghanistan? &#8211; So wohl nicht&#8230;Nun ist es also unterzeichnet, das so genannte Friedensabkommen zwischen der Regierung der USA und der F\u00fchrung der afghanischen Taliban. 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